Archiv für den Monat: April 2011

Münchner Merkur (Ebersberger Zeitung) am 28. 4. 2011

Blutjunger Verein für ältere Menschen Grafing – Fortbestand gesichert: Die Grafinger „SeniorenKarte“ engagiert sich jetzt als eingetragener Verein. Ihre Seniorenbörse, die Dienstleistungen vermittelt, kann weiterarbeiten.

Gabi Schwalb und Renate Eichinger, die beiden Aktivposten des jungen Vereins, halten das Schreiben des Vereinsregisters in Händen. Es ist Beweis dafür, dass es auch nach viereinhalb Jahren unter dem Dach des Grafinger Familien- und Bürgerzentrums weitergehen kann. Der Verein, der unter dem Namen „55 plus“ gestartet ist, und danach im Familien- und Bürgerzentrum unter der „SeniorenKarte“ weiterlief, hilft Senioren aus Grafing und Umgebung, eine lange Selbständigkeit in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.

Die Bilanz liest sich stolz: Im vergangenen Jahr vermittelte die „SeniorenKarte“ über ihre Seniorenbörse 4185 Helferstunden. Nutznießer waren rund 130 ältere Mitbürger. Etwa 50 engagierte Helfer machten Erledigungen, halfen bei Reparaturen oder waren im Haushalt tätig. Weil damit ein Jahresumsatz von etwa 30 000 Euro verbunden ist, musste die „Seniorenkarte“ sich auf eigene Beine stellen. Das Familien- und Bürgerzentrum nämlich bekommt Fördergelder. „Damit verträgt sich ein wirtschaftlicher Zweig nicht“, sagt Renate Eichinger.

Dabei ist unter diesem wirtschaftlichen Zweig halbehrenamtliche Arbeit zu verstehen. Die Helfer bekommen pro Stunde sieben Euro vergütet, also eher eine Aufwandsentschädigung. Abgerechnet wird über eine eigene „Währung“. Die Senioren erwerben nämlich Wertmarken zum Bezahlen der Helfer. Diese bekommen ihre Euro vom Verein dann ausbezahlt. Ein Euro kommt noch pro Stunde hinzu, der an den Verein geht. Denn allein die Versicherung der Helfer kostet im Jahr gut 1200 Euro. Es herrscht große Nachfrage: Allein im ersten Quartal dieses Jahres kauften die Senioren für 6000 Euro die Marken, mit denen viertelstündig abgerechnet wird. Eine Fahrt in Grafing kostet eine Wertmarke, also zwei Euro. Soll es nach Ebersberg gehen, sind zwei Wertmarken fällig.

Berechtigt, diese Karte in Anspruch zu nehmen, sind alle, die über 63 Jahre alt sind oder eine Behinderung haben. Die meisten wohnen in Grafing. Aber auch in Ebersberg, Kirchseeon, Steinhöring oder Moosach ist der Verein aktiv. Der Mitgliedsbeitrag kostet monatlich fünf Euro.

In vielen verschiedenen Bereichen bietet die „Seniorenbörse“ Dienstleistungen an. In Haushalt, bei kleinen Reparaturen, im Garten, für Tiere und Pflanzen, aber auch Gesundheit, Schönheit, mobile Dienste, soziale Aktivitäten oder Schreibarbeiten gehören zu der Palette. „Meist erstrecken sich unsere Hilfen auf den Haushalt oder sind Fahrdienste“, beschreibt Renate Eichinger die Schwerpunkte. Doch es werden auch Näh- oder Flickarbeiten übernommen, der Rasen gemäht, Sträucher geschnitten, Medikamente besorgt, oder auch Schreibarbeiten erledigt. Einfach mal auch nur Gesellschaft leisten steht ebenfalls im Angebot, genauso wie ein Besuch im Krankenhaus.

„Kleinere Hilfsdienste“ umschreiben Eichinger und Schwalb die Aufgaben, die der Verein übernimmt. Renate Eichinger ist die Managerin der SeniorenBörse. Unter der Telefonnummer (0 80 92) 15 67 ist die Schaltzentrale zu erreichen. Helfer werden immer gesucht! Gabi Schwalb (0 80 92/85 11 93) betreut die Senioren.

Von Eberhard Rienth    28.04.2011